EBM 2000 plus tritt Juli 2004 in Kraft

Fr. 12.12.2003

EBM soll nun doch im Juli 2004 in Kraft treten
Bewertungsausschuss einigt sich über Wert der kalkulatorischen Arztminute

Der von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erarbeitete neue Einheitliche Bewertungsmaßstab EBM 2000 plus soll nun im Juli 2004 endgültig eingeführt werden. Die Vertreter von Ärzteschaft und Krankenkassen haben sich im Erweiterten Bewertungsausschuss am 10. Dezember über die noch offenen Fragen geeinigt.

Neben allgemeine Bestimmungen, Struktur, Leistungsbeschreibung und Leistungsinhalten des EBM war der kalkulatorische Arztlohn der Hauptstreitpunkt. Dieser soll 77,9 Cent je Minute betragen, also 46,74 EURO je Stunde.

In den Verhandlungen hatten die Krankenkassen noch 66 Cent und die Ärztevertreter 87 Cent vorgeschlagen liegt. Bei den Berechnungen wird von einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit der Vertragsärzte von 51 Stunden ausgegangen. Der Bewertungsausschuss wird sich im Januar 2004 erneut zusammensetzen um die Bewertungen im EBM sowie die Regelungen zur Mengensteuerung zu diskutieren.

Noch nicht entschieden wurde, ob Leistungen der Homöopathie in den EBM aufgenommen werden sollen. Hierzu soll der neu geschaffene Gemeinsame Bundesausschuss einen Beschluss fassen.

Praxisbeispiel:
Bei den Berechnungen wird von einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit der Vertragsärzte von 51 Stunden ausgegangen. Das ergebe bei einer simplen Berechnung einen monatlichen Kassenumsatz von ca. 10.000 EURO (51 x 4,2 Wochen/mtl. x 46,74 EURO). Im Jahr bedeutet dies also ca. 120.000 EURO. Nimmt eine durchschnittliche Allgemeinmedizinerpraxis mit einem Umsatzanteil von 15% aus dem privatärztlichen Sektor, ergibt dies grob gerechnet einen Gesamtjahresumsatz von ca. 140.000 EURO.
Nehmen wir nun weiter an, die Gewinnquote dieser Praxis läge bei 40%, so ergäbe dies einen Gewinn von 56.000 EURO vor Steuern und Sozialversicherung. Wenn wir die Einkommensteuer (verheiratet) mit ca. 9.000 EURO und die Sozialversicherung mit ca. 14.000 EURO ansetzen, verbleibt ein Restbetrag von ca. 33.000 EURO netto per anno, also 2.750 EURO monatlich. Ein angestellter Arzt müsste für ein derartiges Nettoeinkommen ca. 4.440 monatlich brutto verdienen.
Auch wenn dies nur eine grobe Kalkulation ist, dürfen wir uns spätestens jetzt die Frage stellen, warum dieser Arzt das Risiko der Selbständigkeit auf sich nehmen soll. Und die Probleme rund um die Praxisgebühr, integrierte Versorgung, Regressgefahren usw. haben wir noch gar nicht erwähnt.

Rechtsanwalt Luis Fernando Ureta und Steuerberater Franz J. Schmidt
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