BFH: Ärztliche Notfallpraxis ist kein Arbeitszimmer

Di. 08.04.2003

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass eine Notfallpraxis im Wohnhaus eines Arztes nicht als häusliches Arbeitszimmer zu werten ist. Kosten in Zusammenhang mit der Notfallpraxis können daher als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Der Praxis der Finanzverwaltung, betrieblich genutzte Räume eines Arztes in dessen Wohnhaus grundsätzlich als häusliches Arbeitszimmer einzustufen und damit den Abzug als Betriebsausgabe zu begrenzen oder gänzlich zu versagen, wurde hier eindeutig widersprochen.
Im vorliegenden Fall betrieb ein Arztehepaar eine Gemeinschaftspraxis und richtete zusätzlich im Keller ihres Wohnhauses ein Behandlungszimmer mit Patiententoilette für die Bereitschaftsdienste ein. Die Abzugsfähigkeit der damit verbundenen Kosten wurde von der Finanzverwaltung verneint. Eine Revision beim Bundesfinanzhof hatte Erfolg. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Ausstattung der Räume als Notfallpraxis und der für Patienten leicht zugängliche Eingang. Ein häusliches Arbeitszimmer wird immer dann vermutet, wenn es sich um Räume mit einer Büroeinrichtung handelt und nicht eindeutig zwischen privatem und betrieblichem Bereich unterschieden werden kann. Die Metax Steuerberatungsgesellschaft mbH begrüßt diese Entscheidung und verweist in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit einer deutlichen Trennung der betrieblich genutzten Räume von dem privat genutzten Wohnbereich.
Urteil des Bundesfinanzhofs vom 5. Dezember 2002 (Az. IV R 7/01)
Veröffentlichung des Bundesfinanzhofs vom 02. April 2003

Ines Brinker, Metax GmbH

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